Was ist Kollodium-Nassplatte?

Kollodium-Nassplatte ist eine 1851 erfundene Technik, bei der direkt auf Glas- oder Aluminiumplatten fotografiert wird. Dabei werden entweder einmalige Positive (auf geschwärztem oder farbigen Glas oder geschwärztem Aluminium) oder Glasnegative (auf durchsichtigem Glas) hergestellt. Mehr zur Geschichte hier.

Die Fotoplatte wird mit Kollodium begossen, was eine Mischung aus Kollodiumwolle / Schießwolle, Ether, Ethanol, Cadmiumbromid und Ammoniumiodid ist. Anschließend wird die Platte in einer Silbernitratlösung in der Dunkelkammer lichtsensibilisiert. Die Platte wird darauf sofort in den Filmhalter eingelegt und das Bild wird angefertigt. Ein wenig Eile ist geboten: von dem Zeitpunkt der Sensibilisierung bis zum Zeitpunkt der Entwicklung dürfen maximal 8-10 Minuten vergehen, da die Fotoplatte während der ganzen Zeit nass bleiben muss (deswegen auch „Nassplatte“).

Entwickelt wird die Platte mit einer Mischung aus Wasser, Ethanol, Essigsäure und Eisensulfat und anschließend in einer Lösung aus Natriumthiosulfat fixiert.

Damit die Bildplatte möglichst gut vor Umwelteinflüssen geschützt ist, wird sie anschließend klassischerweise mit einer Sandarak-Firnis, einer Baumharzlösung, versiegelt. In Situationen, in denen es schnell gehen muss, wie bei der Jahrmarktsfotografie, kann auch eine Sprühfirnis Vewendung finden.

Selbstverständlich mixe ich meine Chemie komplett selbst an.

Kollodium-Nassplatte kann Farbe nicht so wahrnehmen wie das menschliche Auge. Hier in diesem Blogeintrag habe ich das mal ein wenig näher beschrieben.